In Gedenken an den Juli 1943 in Hamburg

Damals brauchte man 8 Tage und 7 Nächte, um gezielt 40.000 Zivilisten, Frauen und Kinder zu vernichten (übrigens erklärtes Ziel! des damaligen Befehlshabers Harris der britischen Luftwaffe).

Bei der Bombardierung deutscher Städte (Berlin, Kassel, Dresden, Hamburg usw.) kamen außerdem über 55 Tsd. britische Soldaten der Royal Air force ums Leben.


Nach heutiger Kriegslogik würde das inzwischen schneller und effizienter in 5 Minuten per Atombombe gehen…. Weniger tote Täter und noch mehr zivile Opfer…



Sie sehen hier das zerstörte Hamburg Eilbek... Ich bin in dieser Gegend  20 Jahre später, wo fast alles wieder mit deutschem Wirtschaftswunder Fleiß und amerikanischen Marshallplan aufgebaut worden war als Kind aufgewachsen. Zu meiner Zeit war da schon nichts mehr von den Schrecken äußerlich sichtbar.


Das, was mir persönlich an Traumatisierungen von meinen Eltern und Großeltern unwillentlich automatisch mit vererbt wurde, wurde mir erst heute so langsam bewusst und musste mit viel Zeit aufgearbeitet werden. Meine Eltern waren da 20 und 18 Jahre alt und ich bin erst sehr viel später als Letztgeborener sog. Nachzögling geboren worden. Ich hatte als Teenager in den 80ern noch direkten Kontakt mit Menschen der Generation vor meinen eigenen Eltern. Jene, die selbst als Kinder den ersten und als Erwachsene den Zweiten Weltkrieg überlebt hatten, gleichzeitig als Opfer und Täter…


  • Dass Deutschland heute und gestern Waffen in die Welt liefert - trotz 1945-, ist - falsch.
  • Die Doppelmoral gegenüber arabischen Ölscheichs und russischen Diktatoren ist - falsch.
  • Sich von anderen europäischen Ländern unter Druck setzen zu lassen, dass „wir, die Deutschen“ eine „Führungsrolle bei der Lieferung von Waffen“ zu übernehmen hätten ist zynisch und - falsch.
  • Zu unterscheiden zwischen einem „gerechten“ und „ungerechten“ Krieg ist eine Illusion und - falsch.
  • Wenn Waffenlobbyisten von Freiheit und Demokratie schwafeln, ist das ein Versuch der allgemeinen Verblödung und - falsch.
  • Dass uns Europäern heute eine amerikanische Regierung etwas über Freiheit und Demokratie erzählen möchte, ist geradezu lächerlich und – falsch.
  • Dass an allen Ecken und Enden in den Medien jetzt selbsternannte „Militär Experten“ wie Pilze aus dem Boden schießen, die sich auch noch für Pazifisten halten, ist absurd.
Wenn hier jemand in Europa die Freiheit und Demokratie abschafft, dann sind das nicht „die anderen“, sondern immer wir selber.


„Kriegsheldentum“ ist wieder angesagt und erhält „standing ovations“. Friedfertigkeit wird als „Schwäche“ interpretiert…das ist ein schwerwiegender Fehler und keine „Zeitenwende“, sondern ein Rückfall ins ewig Gestrige.


Hier mein Statement zur angeblichen „Zeitenwende“, die allenfalls ein „Zeitenende“ der Spezies Mensch bedeuten wird: Die Dinosaurier mögen durch einen Meteoriteneinschlag ausgestorben sein. Die Menschheit könnte als die erste Spezies in die Erdgeschichte eingehen, die es geschafft hat, sich selbst zu vernichten.


Schönen Gruß an den Deutschen Michel und die Krönung der Schöpfung.


MfG


Achim Franz


Amanda Palmer bei einem Konzert open Air in den Wallanlagen zwischen Laieszhalle und Strafjustizgebäude.

 


Ein historisch passender Ort für so ein Konzert:

Vor dem ehemaligen Schutzwall der Stadt Hamburg  heute ein Stückchen grüne Lunge mitten in der Stadt.

Früher Abgrenzung  für die Stadt Hamburg vor Eindringlingen


 


 


Einblicke in unsere Werkstatt Dezember 2021:



Eine der  typischen Yamaha Krankheiten sind gerissen Kapselbändchen. Hier nach Teildemontage der Mechanik gut sichtbar.


Man könnte auch die Bändchen erneuern an den alten Kapseln, nehmen aber hier komplett neue Kapseln. Ist zwar vom Material deutlich teurer, kostet aber weniger Zeit.


An den Gegenfängerledern ist sichtbar, dass dieses Piano nicht so viel gespielt wurde. Die Hammernussbänchen"Leder" zersetzen sich aber ebenfalls.

Sind nämlich nicht aus Leder, sondern aus Plastik. Zerbröseln schon allein beim Anfassen...



Die Klaviermechanik als Ganzes auf den Tisch gestellt.

Fazit: Kaufe ein gebrauchtes Yamaha nur dann, wenn es in einer vernünftigen Werkstatt durchgeprüft und gewartet wurde. Das gilt für andere gebrauchte Klaviere anderer Hersteller aber grundsätzlich auch.


Der Bildungs-Oscar geht dieses Jahr an Firma Achim Franz Klaviere & Flügel


Die Oscar Walcker Schule in Ludwigsburg ist die Berufsschule für Musikinstrumentenbauer und Klavierbauer in Deutschland, wo der zentrale Blockunterricht für alle Klavierbaulehrlinge stattfindet. Das heißt alle Lehrlinge, ob sie nun von Steinway & Sons, Schimmel, Bechstein, Steingraeber, August Förster kommen, aber auch aus etlichen kleineren Betrieben, die ausbilden dürfen, müssen dort regelmäßig zum Unterricht. Die Prüfungen zum staatlich anerkannten  Klavierbauer werden dort ebenfalls abgenommen.

Im Februar 2020 machte unser Lehrling Jonas seine Abschlussprüfungen dort und bestand mit den besten Noten bundesweit. Uns wurde jeweils der „Bildungs-Oscar“ verliehen. Mir als Ausbildenden und Jonas als Auszubildenden.


Das freut mich außerordentlich, zumal ich das Erste Mal überhaupt jemanden offiziell ausgebildet habe…

 

Die Verleihung des Bildungs-Oscars an uns durch die Oscar-Walcker-Schule Ludwigsburg e.V. fand am Donnerstag, 22.07.2021 um 18:00 Uhr statt.  Corona bedingt bei schönstem sonnigen Wetter unter freiem Himmel auf dem Schulgelände. Zwei Klavierspieler mit zwei Klavieren und eine schuleigene Blaskappelle unterfütterten den festlichen Rahmen. Selbstgebackenes aus der Bäcker und Kochschule wurde feilgeboten. Es wurden auch die Jahrgangsbesten Holzblasinstrumentenbauer, Zimmerleute,  Maurergesellen, Friseure, Medizintechniker etc. geehrt.



Wer war Oscar Walcker und warum wurde diese Handwerksberufsschule Schule nach ihm benannt?




Dazu leisten wir zu einem späteren Zeitpunkt einen kleinen Beitrag…

Ein neuer Flügel an die Alster von der noblen Pianoforte-Manufaktur Steingraeber aus Bayreuth…

Am 15.04.21 lieferten wir für die Hamburger Musikhochschule unseren Steingraeber A 170 Flügel. Durch die Initiative der Dr. E. A. Langner-Stiftung wird mit der neu konzipierten JazzHall ein innovativer Konzertsaal gerade  Wirklichkeit, bei dem sich hinter der Bühne eine Glasfassade öffnen lässt, sodass  die Bühne gleichermaßen ins Freie Richtung Alsterwiesen nutzbar ist, wie auch nach innen bespielbar in den Saal hinein. Die Musiker brauchen sich nur einmal um 180 Grad zu drehen... Nicht nur in Corona-Zeiten  visionär… 

Die „ JazzHall“ selbst ist ein neuer kleiner Saal für ca. 200 Leute gedacht. Die Decke des Saals ist gewölbt und assoziiert einem als Hamburger sofort das „Innere eines auf den Kopf gestellten Bootsrumpfs.“ Die Träger des gewölbten Dachs erinnern wiederum  an eine im Bootsbau altbekannten  hölzernen Spanten-Bauweise. Erscheinen aber in ihrer asymmetrisch sphärischen  Wölbung  wie Wellenbewegungen.

Hochmodernes Design - Tolle Idee! Die Akustik ist übrigens auch noch gut! Sie erlaubt dem  Flügelmodell  aus der Steingraeber Pianofortemanufaktur Bayreuth in dieser neu verwirklichten  Hamburger Halle sein volles  Klangfarben Spektrum zu zeigen. Ich konnte diesen Flügel unmittelbar  nach Anlieferung kurz anspielen…:

Völlig zu Recht wird dieses Flügel Modell von Steingraeber nicht als „Stutzflügel“ bezeichnet. Der A 170 wurde in vielen Auszeichnungen als „Bester der Klasse unter 200cm gerühmt.“ Er klingt viel größer als er ist. Physikalisch liegt dieses Phänomen in der ungewöhnlich breiten Form dieses A 170 begründet, die sehr lange Basssaiten erlaubt. Professionell ist auch die Spielart und so steht dieses besondere Instrument auch schon als „ Konzertflügel“ auf anderen beengten Bühnen, Hochschulen oder Opernhäusern - wie z.B. im faszinierenden Opernhaus Oslo.

Neben der Möglichkeit ihn rein klassisch  akustisch zu spielen, kann man bei dem hier für Hamburg gelieferten Modell den Hebel eines Bowdenzugs einfach umlegen und mit dem Ad Silent System die eigens von Steingraeber per physical modeling entwickelten Steingraeber piano sounds verwenden oder die hochwertige Klaviatur des Flügels als masterkeyboard nehmen. Aber auch im normal akustischen Spiel ist dieser Flügel in seiner Spielweise frei von mechanischen Veränderungen bzgl. der sog. „Auslösung“, weil der sog. „Mute Rail Optimizer“ zusätzlich von uns installiert wurde ( entwickelt von Martin Deuker Berlin 2017).

Hier die Auslöseerweiterungsleiste bei einem Steinway M ebenfalls von uns installiert.

Hier die Auslöseerweiterungsleiste bei einem Steinway M ebenfalls von uns installiert.

Wir bauen in unserer Hamburger  Werkstatt inzwischen bei zu midifizierenden Flügeln immer diese Auslöseerweiterung mit ein…Sie ist einfach und genial konstruiert.

Bleibt zu hoffen, dass es trotz aller Widrigkeiten der Pandemie bald losgehen kann mit hochkarätigen Jazz-Konzerten in lauen Sommernächten.

Wir drücken die Daumen!

Silvia Leonhard und Achim Franz

Während des Lock downs haben wir vermehrt Reparaturaufträge in der Werkstatt annehmen können:

Hier beim Wieder Einpassen der Gussplatte in ein altes ca. 100 Jahre altes“ Kaim“ Klavier

Nach der Resonanzboden Reparatur ( Hochkeilen, herunter trocknen, Risse ausspänen, den alten Lack abziehen, Bodenwölbung neu erarbeiten) …wird die Gussplatte wieder neu eingepasst, sodass überall der richtige Stegdruck gewährleistet ist.

So eine Restaurierung, wie wir sie durchführen, macht schon Sinn, ist aber nicht günstig. Es gibt auch vereinzelt recht gute Importklaviere aus Asien. Ein deutsches neues Markenklavier wiederum, wäre aber auch schön.

Neues Spielgefühl durch neuartigen Tastenbelag bei Sauter Klavieren.

Die Pianofortemanufaktur Sauter in Spaichingen feierte im letzten Jahr ihr 200jähriges Jubiläum. Alle Instrumente werden in Deutschland hergestellt und sämtliche Zulieferteile sind regionaler Herkunft.

Unser Steingraeber D232 Flügel beim Jazz Open Planten un Blomen im August September 2019




Der Steingraeber D 232 wurde auch bereits im Juli in der Hamburger Kunsthalle im Werner-Otto Saal  für das 2. Chopin Festival genutzt. Der bekannte Hammerklavier Experte Andreas Staier spielte mit seinem Ensemble.


Ein interessant gemeinter Klangvergleich von einem modernen Steingraeber gegenüber einem 149 Jahre alten Pleyel Flügel. Der Steingraeber wurde extra von mir auf Wunsch des Veranstalters (Herrn Prof. Hubert Rutkowski)   um 10 Hz. Tiefer gestimmt, als unsere heute üblichen 440Hz. Außerdem wurde das Niedergewicht der Tasten bei dem Steingraeber extra auf 70gr. erschwert, um in der Spielart dem Pleyel Flügel angepasst zu werden.



Einmal abgesehen von dem erheblichen Aufwand, einen modernen Flügel um 10 Hz herunter zu stimmen, Hinkte der Klangvergleich insofern, weil die Mensur eines modernen  Flügels zum einen gar nicht darauf ausgerichtet ist ganze 10 Hz tiefer zu erklingen. Und zum anderen der alte Pleyel sicherlich nicht so klingt, wie vor 149 Jahren, als der wiederum neu war. Dann sich auch noch daran versuchen schnelle Mozartläufe auf dem erschwerten Steingraeber Flügel zu spielen, wo Mozart historisch auf deutlich leichteren Klaviaturen gespielt hat, als wir sie heute im allgemeinen haben (nämlich unter  50gr.) Erinnert dann eher an einen verpfuschten artistischen Finger- Turnwettbewerb, als den ernsthaften Versuch  historische und moderne Instrumente wirklich miteinander  zu vergleichen

Der Pleyel Flügel klang mit seinen extrem schnell verklingenden Tönen im Diskant kurz aufbellend eher nach einem verstimmten Xylophon das sich in ein Stummfilmkino verirrt hat. Der Steingraeber hingegen konnte in seiner auf 10 Hz tiefer  degradiert keineswegs zeigen, was er klanglich drauf hat.

Sinnvoller wäre es gewesen, 2 Ensembles einzuladen und die Musiker jeweils die gleichen Stücke spielen zu lassen. Einmal auf komplett historischen Instrumenten und einmal auf komplett modernen Instrumenten jeweils in ihrer zeitgemäßen Stimmung und Verfassung sauber voneinander getrennt und gegenübergestellt.

So war die Veranstaltung weder Fisch noch Fleisch, zumal man nach dem Konzert bei dem sog. “Künstlergespräch“ vom Publikum aus nur „3 Fragen“ stellen durfte. Ich hielt das erst für einen Witz, aber das war ganz ernst gemeint…nach dem Motto: Lass das Publikum mal ein bischen reden, aber Ahnung hat es ja sowieso nicht…

Ich fand die Veranstaltung enttäuschend.